ÜBER DAS BUCH

Juli und Bastian haben endlich wieder zueinandergefunden und sind überglücklich, als ihre Tochter Matilda unversehrt zur Welt kommt. Alles scheint gut zu sein, und die beiden genießen ihr junges Familienglück. Doch als klar wird, dass Matilda von der gleichen unheilbaren Hautkrankheit wie Bastian betroffen ist, steht das Paar erneut vor einer gewaltigen Herausforderung.

Zu den Sorgen um ihr Kind reißen alte Wunden auf. Bastians Ängste kehren mit voller Wucht zurück, während Juli mit ihrer eigenen Unsicherheit ringt. Und über allem schwebt die Frage, ob ihre Liebe stark genug sein wird oder ob sie endgültig am Leid ihrer Tochter zerbricht …

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SCHATTEN UND LICHT

Gedankenversunken ließ Juli den Blick über die Bucht schweifen, die nur spärlich beleuchtet wurde. Am Horizont war es finster. Man konnte nicht einmal erkennen, wo das Meer aufhörte und der Himmel anfing. Die Dunkelheit war erdrückend. Andererseits … Juli hob den Kopf und lächelte betrübt. Nur so konnte man die Sterne in ihrer ganzen Pracht erkennen, nicht wahr?

AUGENBLICKE

Das Lächeln in Bastians Gesicht wurde noch breiter, als er an sein kleines Mädchen dachte. Er hatte niemals für möglich gehalten, wie schnell so ein Baby wuchs. Aber Matilda wurde mit jedem Tag größer und aufgeweckter. Bald schon würde sie anfangen zu sprechen, krabbeln, laufen … Und er würde jeden Augenblick davon genießen.

ERPRESSUNG

»Hey, warum bist du schon wach?«, fragte Bastian über das Rauschen der Freisprechanlage hinweg.
Erschöpft ließ Juli sich auf die Sofakante sinken. »Ich konnte nicht mehr schlafen. Also dachte ich, ich nutze die Ruhe, um noch einmal den Stoff durchzugehen.«
»Hör auf, dich verrückt zu machen. Du wirst deine Prüfungen ganz bestimmt bestehen.«
Gedankenverloren blickte Juli aus dem Fenster. »Im Moment bin ich mir da nicht so sicher.«
»Juli.« Bastian seufzte leise. »Du wirst das schaffen. Du bist klug und fleißig und ehrgeizig und wunderschön.«
Letzteres brachte sie zum Schmunzeln. »Du meinst, im Zweifel kann ich mich auf mein Aussehen verlassen?«
»Oh, diese Waffe solltest du ausschließlich bei mir einsetzen", erwiderte er sofort.
»Schon klar.«
»Ich könnte dich natürlich auch ein bisschen schmoren lassen«, sinnierte er in spielerischem Ton. »Bis du endlich einwilligst, meine Frau zu werden, zum Beispiel.«
Plötzlich schlug Julis Herz einen Purzelbaum. »Das würdest du nicht wagen.«
»Sei dir da nicht so sicher.« Er senkte die Stimme zu einem verführerischen Raunen. »Heiratest du mich, Julietta?«

NÄHE

Ächzend plumpste jemand neben Juli ins Gras. Erschrocken riss sie den Kopf hoch und erblickte Isabelle, die keuchte, als wäre sie einen Marathon gelaufen. Unter dem roten Fransenpony zeigten sich feine Schweißperlen auf ihrer Stirn, welche sie grob mit dem Handrücken fortwischte.
»Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass ich skandinavische Wurzeln besitze. Das würde zum einen erklären, warum Noah und ich auf der gleichen kreativen Welle schwimmen«, plapperte Isabelle los. »Zum anderen kann ich unmöglich mediterranes Blut haben. Sonst würde ich mich bei diesen abartigen Temperaturen doch pudelwohl fühlen, oder?«
Stirnrunzelnd faltete Juli das Papier zusammen und schob es zurück in ihre Tasche. »Was machst du hier?«
Anstelle einer Antwort hob Isabelle eine Braue. »Erst weigerst du dich wochenlang, seine Briefe zu öffnen, und nun schleppst du sie mit dir in der Gegend rum?«
Juli zuckte mit den Schultern. »Ich wollte nur etwas nachsehen.«
»Da drin steht nichts, was du nicht längst weißt.«
Das stimmte. Es tat trotzdem gut, sie zu lesen, weil Juli das Gefühl hatte, Bastian dadurch näher zu sein.

DER UMSCHLAG

»Also gut. Wo ist meine Überraschung?«
»In meiner Hand.«
Julis Blick wanderte nach unten, und sie schnappte mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit nach dem Briefumschlag. Aber Bastian war schneller. Schließlich kannte er ihre Reflexe noch aus der Zeit, in der sie Unmengen von Gummibärchen gefuttert hatte.
Grinsend hielt Bastian den Briefumschlag über Julis Kopf.
Sie kicherte. »Das ist unfair.«
»Du musst dich schon etwas anstrengen. Schließlich ist es eine ganz besondere Überraschung.«
Juli reckte sich soweit nach oben, wie sie konnte. Sie sprang sogar ein paar Mal in die Luft. Aber gegen seine Größe hatte sie keine Chance.
»Mehr hast du nicht zu bieten?«, zog Bastian sie auf.
Als Antwort zwickte Juli ihn in eine Stelle, die in letzter Zeit besonders leicht reizbar war.
Stöhnend krümmte er sich zusammen, woraufhin Juli ihm den Umschlag aus der Hand riss.
Mit einem spöttischen Grinsen legte sie den Kopf schief. »Weichei!«
»So würde ich das nicht ausdrücken.«
»Auch wieder wahr.« Ihre Augen funkelten. »Darf ich?«
»Nur zu.« Bastian beobachtete gespannt, wie sie mit dem Umschlag kurzen Prozess machte. Dann kniff sie die Augen zusammen, während sie den Inhalt betrachtete. »Was ist das?«
Bastian zog sie wieder in seine Arme. »Wonach sieht es denn aus?«
»Wie ein Haus am Strand.«
»Exakt.«
Ihr Kopf flog nach oben. »Wir fahren in den Urlaub?«
»Jepp.«
»O mein Gott!«, quietschte sie und zog sich an ihm hoch, um sein Gesicht mit wilden Küssen zu bedecken.
Bastian lachte leise. Er liebte es, sie zu verwöhnen.
»Wann?«, fragte sie aufgeregt. »Wie lange? Wohin genau?«
»Nächste Woche. Sobald du deine letzte Prüfung geschrieben und deine anderen Termine hinter dich gebracht hast, fahren wir acht Tage nach Petit Méjean. Mein Vater wohnt ganz in der Nähe von unserem Ferienhaus. Er freut sich schon darauf, uns zu sehen.«
»Wahnsinn!« Sie strahlte ihn an. »Unser erster gemeinsamer Urlaub.«